„Es sind die Betrachter, die die Bilder machen.“
Mit diesem Gedanken von Marcel Duchamp eröffnete die Ausstellung „Begegnungen“ der Klasse 12 im Archiv Bildende Kunst MSE – und er prägte den gesamten Abend. Denn die gut besuchte Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Kunst wird, wenn Menschen sich auf sie einlassen.
Die Schüler des Grundkurses Kunst präsentierten eigene Arbeiten und eine von ihnen kuratierte Auswahl aus dem Archiv. In dieser Auswahl spiegelte sich ihr individueller Blick: auf Themen wie Identität, Heimat, Zerbrechlichkeit oder Veränderung – und auf Kunst als persönliches Ausdrucksmittel. Die Vielfalt der Werke machte sichtbar, wie unterschiedlich Interessen, Zugänge und künstlerische Handschriften innerhalb eines Jahrgangs sein können.
Die Gitarrenmusik von Romy Gärtner lockte die Gäste zurück in die eigene Jugend und öffnete von dort die Türen für Gespräche auf Augenhöhe: Jugendliche kamen mit regionalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch, Besucher tauschten Eindrücke, Fragen und Assoziationen aus. Kunst wurde nicht bewertet, sondern geteilt – als gemeinsamer Erfahrungsraum.
Schließlich wagte sich das Publikum selbst an Marker und Zeichenstift: Beim surrealistischen Zeichenspiel „Cadavre Exquis“ („Exquisite Leiche“) wurden Figuren der Schülerinnen und Schüler von Gästen weitergezeichnet. So entstanden überraschende Bildverbindungen, in denen sich unterschiedliche Blickwinkel, Humor und Fantasie auf spielerische Weise begegneten.
Die Ausstellung machte deutlich: Kunst endet nicht an der Wand. Sie beginnt dort, wo Bilder Menschen berühren, Gespräche anstoßen und neue Sichtweisen eröffnen.
Die Bilder sind weiterhin zu sehen am 25.04.26 und 02.05.26 15-18:00Uhr sowie nach Absprache
Archiv Bildende Kunst Mecklenburgische Seenplatte
Baumhaselstraße 12, 17033 Neubrandenburg
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